Cluster-Veröffentlichungen: Policy Papers

Die 'The Politics of Inequality' Policy Papers sollen der Öffentlichkeit praxisorientierte Informationen und politischen EntscheiderInnen Handlungsempfehlungen zu aktuellen Themen der Ungleichheitsforschung liefern.

Ein Policy Paper vertritt relevante, evidenzbasierte Thesen für eine Zielgruppe, die aus politischen EntscheiderInnen, JournalistInnen, Akteuren aus Wirtschaft und Zivilgesellschaft sowie der am jeweiligen Thema interessierten Öffentlichkeit bestehen. Wir erstellen und veröffentlichen Policy Papers unter anderem in Zusammenarbeit mit dem überparteilichen Think Tank "Das Progressive Zentrum" (Berlin).

Alle bisher veröffentlichten Policy Papers finden Sie hier:

Florian Kunze et al. (2023): Wie gelingt die Integration junger Zugewanderter in den Arbeitsmarkt? Das Integration@Work-Projekt. 

Policy Papers 13: Ungleichheit und Arbeit

Abstract

Aktuell gibt es eine steigende Zuwanderung in den deutschen Arbeitsmarkt – nicht nur von Geflüchteten, sondern auch durch die aktive Anwerbung ausländischer Fachkräfte. Im Hinblick auf eine erfolgreiche ökonomische und soziale Integration spielt das duale Ausbildungssystem eine wichtige Rolle. Allerdings zeigen sich bei zugewanderten Auszubildenden deutlich höhere Abbruchquoten als bei Auszubildenden mit deutschem Pass. Besonders ausgeprägt ist das in Branchen, die stark vom Fachkräftemangel betroffen sind, wie im Handwerk oder den Pflegeberufen. In diesem Policy Paper werden Faktoren identifiziert, die die Integration junger Zugewanderter in den Ausbildungsmarkt verbessern und entsprechende Handlungsempfehlungen an Ausbildungsbetriebe und politische Akteure formuliert.

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Marius R. Busemeyer, Nanna Lauritz Schönhage, Sharon Baute, Luna Bellani, Guido Schwerdt (2023): Eingetrübte Aussichten: Das Konstanzer Ungleichheitsbarometer belegt die Wahrnehmung zunehmender Ungleichheit

Policy Papers 12: Ungleichheitsbarometer - Ungleichheit und soziale Mobilität

Abstract

Die Daten der neuen Erhebungswelle des Konstanzer Ungleichheitsbarometers zeigen, dass die Menschen in Deutschland eine weithin zunehmende Ungleichheit von Einkommen und Vermögen wahrnehmen – nicht zuletzt weil die Befragten kaum unterscheiden zwischen der Einkommensungleicheit und der in Realität noch größeren Vermögensungleichheit. Gleichzeitig wird das Ausmaß der Ungleichheit weiterhin in gewisser Hinsicht unterschätzt. Die Zukunftsaussichten für die jüngere Generation beurteilen viele eher negativ, vor allen Dingen die Anhängerschaft der AfD. Weniger pessimistisch sind Anhänger*innen von CDU/CSU und FDP.

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Anika Lloyd-Smith, Fabian Bergmann, Yair Sapir, Rusen Yasar, Tanja Kupisch (2023): Why Language Matters: Inequality Perceptions among the Sámi in Sweden and Norway

Policy Papers 11: Inequality and Language

Abstract:

Every two weeks, one of the world’s estimated 7,000 languages dies. Yet what are the consequences of having to give up one’s native language? Speakers of minority languages worldwide face barriers to using their languages outside their homes, often with negative consequences for educational and economic success. A new survey of the Indigenous Sámi in Sweden and Norway suggests that language policies are key to perceptions of inequality. Speakers of the Sámi languages have lower perceptions of their societal standing than Sámi who have given up the language. Combined with insights from an in-depth study on Sámi language education, our findings suggest that policies should facilitate language maintenance in linguistic minorities. Supporting these languages may help to reduce feelings of discrimination.

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Adrian Rinscheid, Marius R. Busemeyer (2023): Die heilige Kuh des deutschen Steuerrechts: Wie sich das verzerrte Bild von der Entfernungspauschale korrigieren ließe

Policy Papers 10: Ungleichheit und Arbeit

Abstract:

Die Entfernungspauschale ist beliebt als Instrument zur Senkung der eigenen Steuerlast. Dabei ist sie doppelt problematisch: Sie verstärkt die Verteilungsungleichheit und wirkt sich negativ auf Umwelt und Klima aus. In diesem Policy Paper zeigen wir, dass diese Zusammenhänge häufig nicht richtig wahrgenommen werden. Erhalten Bürger*innen jedoch objektive Informationen über die Verteilungs- und Umweltwirkungen, so erhöht dies ihre Zustimmung zu Vorschlägen für eine Reform der Pauschale. Eine solche Wahrnehmungskorrektur könnte ein Hebel sein, um die Unterstützung für eine Reform zu erhöhen und die Entfernungspauschale sozial wie ökologisch nachhaltiger zu gestalten.

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Sandra Walzenbach, Thomas Hinz (2022): Jenseits von Fakten und Argumenten: Wie Mehrheitsgesellschaft und „Querdenker“-Bewegung Medieninhalte wahrnehmen

Policy Papers 09: COVID-19 und soziale Ungleichheit – Thesen und Befunde 06. 08. Dezember 2022.

Abstract:
Menschen glauben gern, was ihre bereits bestehende Meinung bestätigt. Dieses Phänomen ist in der Kognitionspsychologie unter dem Begriff „confirmation bias“ bekannt. Kann es auch die zunehmende Polarisierung zwischen Mehrheitsgesellschaft und „Querdenkern“ während der Coronapandemie erklären? Wir haben dazu die Wahrnehmung von Medieninhalten untersucht. Hier beleuchten wir, inwieweit sich die beiden Gruppen in ihrer Wahrnehmung von Medieninhalten unterscheiden: Welche Rolle spielt jeweils das „confirmation bias“, und welche die Qualität der Information? Abschließend diskutieren wir, was aus unserer Forschung für die Kommunikation von wissenschaftlichen und politischen Inhalten folgt.

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Marius R. Busemeyer, Tobias Tober (2021): Sozialtransfers, Weiterbildung, kürzere Arbeitszeiten? Die sozialpolitischen Prioritäten von Arbeitnehmer*innen im Zeitalter der Automatisierung.

Policy Papers 08: Ungleichheit und Arbeit 01. 07. September 2021.

Abstract:
Robotisierung, Automatisierung und Digitalisierung verändern die Arbeitsmärkte weltweit – umso mehr, seit die Pandemie die Abhängigkeit unserer Wirtschaft von bestimmten Berufszweigen aufgezeigt hat. Welche Antworten auf diesen Wandel erwarten die Bürger*innen von ihren Regierungen? Unsere Studie in 24 OECD-Ländern zeigt: Es herrscht große Besorgnis über technologiebedingte Arbeitsplatzrisiken, der technologische Wandel weckt aber auch Hoffnungen. Aus- und Fortbildungsmaßnahmen stoßen auf breite Zustimmung. Diejenigen, deren Arbeitsplatz aber konkret in Gefahr ist, erwarten für die Zeit der Arbeitslosigkeit vor allem kurzfristige, materielle Unterstützung. Die Politik sollte darum eine Balance zwischen notwendigen Investitionen in die digitale Wissensökonomie und sozialen Transferleistungen finden.

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Ariane Bertogg, Marius R. Busemeyer, Claudia Diehl, Nevena Kulić, Susanne Strauß, Thomas Wöhler, Felix Wolter (2021): Vertrauen. Impfzugang. Radikalisierung. Unzufriedenheit. Wo die Coronakrise die Gesellschaft ungleicher macht.

Policy Papers 07: COVID-19 und soziale Ungleichheit – Thesen und Befunde 06. 29. Juli 2021.

Abstract:
Vertraut die Gesellschaft ihrem Staat noch? Im zweiten Coronajahr gehen wir dieser Frage in vier Aspekten nach. Dafür untersuchen wir Wahrnehmungen und Einstellungen zu strukturellen Ungleichheiten in der Coronakrise auf der Basis repräsentativer Befragungen mit mehreren tausend Teilnehmenden. Das Ergebnis sind vier Kurzstudien: Wir betrachten das öffentliche Vertrauen in die Krisenresilienz des Gesundheitssystems. Wir untersuchen, ob sich am Zugang zu Impfungen Fairnessdebatten entzünden. Wir analysieren, inwiefern die Corona-Eindämmungsmaßnahmen in der Bevölkerung negative Reaktionen bis hin zur Radikalisierung hervorbringen. Schließlich richten wir den Blick auf Mehrbelastungen durch Kinderbetreu ung im Lockdown.

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Luna Bellani, Nona Bledow, Marius R. Busemeyer, Guido Schwerdt (2021): Wenn alle Teil der Mittelschicht sein
wollen: (Fehl-)Wahrnehmungen von Ungleichheit und warum sie für Sozialpolitik wichtig sind.

Policy Paper 06: Ungleichheitsbarometer – Ungleichheit und soziale Mobilität. 26. Mai 2021.

Abstract:
Für eine Politik, die auf Wohlstand und soziale Mobilität abzielt, stellt die bestehende soziale und wirtschaftliche Ungleichheit eine anhaltende Herausforderung dar. Dabei wird Ungleichheit in der deutschen Bevölkerung vielfach falsch wahrgenommen: Sie wird zwar durchaus als Problem betrachtet; ihr Ausmaß wird aber in wichtigen Aspekten unterschätzt, wie dieses Papier anhand von Befragungsdaten zeigt. Dabei unterstützen große Teile der Bevölkerung eine egalitärere Gesellschaft.

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David Dohmen, Katrin Schmelz (2021): Datenschutz in der (Corona-)Krise: Selbstbestimmung und Vertrauen im Fokus.

Policy Paper 05: COVID-19 und soziale Ungleichheit – Thesen und Befunde. 11. Mai 2021.

Abstract:
Die Nutzung von persönlichen Daten der Bürger*innen bietet enormes Potential für die Bewältigung gesellschaftlicher Herausforderungen. Doch das Thema wird kontrovers diskutiert – von Corona-Apps und Bewegungsdaten bis hin zur Vorratsdatenspeicherung. Datenschutz hat in Deutschland einen sehr hohen Stellenwert, doch unsere repräsentative Befragung zeigt: Wenn auf Freiwilligkeit statt auf Zwang gesetzt wird, ist die Bevölkerung eher bereit, Daten zur Verfügung zu stellen. Die Datennutzung sollte daher die informationelle Selbstbestimmtheit der Bürger:innen achten und für sie oder andere einen konkreten Nutzen erkennen lassen. Neben diesen Faktoren ist das Vertrauen in öffentliche Institutionen zentral, um breite Zustimmung zur Nutzung persönlicher Daten zu gewährleisten – in Krisenzeiten und darüber hinaus.

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Marius R. Busemeyer (2020): Heilmittel oder Zankapfel? Vertrauen in das Gesundheitssystem während der Corona-Krise.

Policy Paper 04: COVID-19 und soziale Ungleichheit – Thesen und Befunde. 15. September 2020.

Abstract:
Die andauernde Belastungsprobe durch die Corona-Krise wirft die Frage auf, wie effizient und gerecht das deutsche Gesundheitssystem ist. Die Einschätzung der Bevölkerung zu seiner allgemeinen Leistungsfähigkeit und Fairness wird hier anhand neuer repräsentativer Umfragedaten diskutiert. Der Fähigkeit des Systems, Ungleichbehandlungen verschiedener Bevölkerungsgruppen zu vermeiden, wird großes Vertrauen entgegengebracht. Effizienz und Leistungsfähigkeit in der Krise werden kritischer gesehen, wobei die politische Orientierung eine Rolle spielt: AnhängerInnen der AfD zeigen sich wesentlich skeptischer als diejenigen von CDU/CSU und Bündnis 90/Die Grünen. Vertrauen in das Gesundheitssystem und politisches Vertrauen, insbesondere in die Wahrheitstreue der Informationspolitik der Bundesregierung, hängen eng zusammen. Gerade der Informationspolitik kommt daher eine besondere Rolle zu, das Vertrauen in das Gesundheitssystem zu erhalten.

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Claudia Diehl, Felix Wolter (2020): Raus aus dem Lockdown? Warum es manchen zu schnell und anderen nicht schnell genug geht.

Policy Paper 03: COVID-19 und soziale Ungleichheit – Thesen und Befunde. 23. Juli 2020.

Abstract:
Vertrauen ist wichtiger als Eigeninteresse: Das zeigt eine OnlineBefragung, die wir von April bis Mai 2020 unter knapp 4800 Teilnehmenden durchgeführt haben. Die Haltung zur Lockerung pandemiebedingter Beschränkungen wird weniger dadurch bestimmt, ob jemand daraus wirtschaftliche oder familiäre Folgen für sich selbst oder die Gesellschaft befürchtet. Vielmehr bringen wahrgenommene Grundrechtseinschränkungen die Befragten dazu, Lockerungen zu fordern. Befragte aus dem Osten Deutschlands und solche, die ohnehin ein geringes Vertrauen in staatliche Institutionen haben, sehen die Eindämmungsmaßnahmen besonders kritisch. Bei der Lockerungsdiskussion geht es also weniger um unterschiedlich starke individuelle Betroffenheit als um das Vertrauen in staatliche Institutionen.

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Florian Kunze, Kilian Hampel, Sophia Zimmermann (2020): Homeoffice in der Corona-Krise – eine nachhaltige Transformation der Arbeitswelt?

Policy Paper 02: COVID19 und soziale Ungleichheit – Thesen und Befunde. 16. Juli 2020.

Abstract:
Die Corona-Krise hat für viele Beschäftigte zu einer schnellen und tiefgreifenden Veränderung ihres Arbeitsalltags geführt. Zur Einhaltung sozialer Distanzierung haben private und öffentliche Organisationen ihre Belegschaft ganz oder teilweise ins Homeoffice geschickt. Die vorliegende Studie vermisst diese neue Arbeitswelt auf einer einzigartigen Datengrundlage: Einer Umfrage unter rund 700 Beschäftigten im Homeoffice über neun Erhebungszeitpunkte hinweg. Die Ergebnisse zeigen, dass die empfundene Produktivität und das Engagement der Beschäftigten durch die Arbeit im Homeoffice gefördert werden und sich eine große Mehrheit wünscht, zumindest teilweise weiterhin mobil zu arbeiten. Jedoch wird auch eine Tendenz zu Mehrarbeit und damit einhergehender Erschöpfung deutlich. Das erhöht den Handlungsdruck für die Politik und die Vertretungen von Betrieben und Beschäftigten. Die Studie schließt mit Empfehlungen, wie die Rahmenbedingungen für das Arbeiten im Homeoffice verbessert werden können.

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Sebastian Koos, Dirk Leuffen (2020): Betten oder Bonds? Konditionale Solidarität in der Corona-Krise.

Policy Paper 01: COVID-19 und soziale Ungleichheit – Thesen und Befunde. 01. Juli 2020.

Abstract:
Die Corona-Krise verschärft die Ungleichheit in der Europäischen Union (EU). Sie regt eine Debatte um die Zukunft Europas in einer zentralen Frage kritisch an: Inwiefern bedarf das Integrationsprojekt einer verstärkten innereuropäischen Solidarität? Wieviel und welche Art von Hilfe sind die EuropäerInnen bereit, wechselseitig zu leisten? Die hier vorgestellten Ergebnisse einer Umfrage unter der deutschen Wohnbevölkerung zeichnen ein gemischtes Bild: Während die Bereitschaft zu medizinischer Solidarität hoch ist, zeigt sich nur eine begrenzte Bereitschaft zur Unterstützung fi nanzieller Umverteilungsmaßnahmen. Dementsprechend gilt es, die Solidaritätspotentiale für ein geeintes, zukunftsfähiges Europa mit begrenzter Ungleichheit durch ideational leadership zu mobilisieren – insbesondere mit Blick auf die deutsche EU-Ratspräsidentschaft, die am 1. Juli 2020 beginnt.

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