Konstanz "Fridays for Future" school strike. Image: University of Konstanz
Konstanz "Fridays for Future" school strike. Image: University of Konstanz

Fridays for Future has the potential to become a mass movement

Researchers at the University of Konstanz and the University of Mannheim release analysis of a national survey in Germany: One in two Germans would be willing to take part in climate protests; more than one in three support a CO2 tax. These are the results of a national survey published by the organizational researchers Sebastian Koos (University of Konstanz) and Elias Naumann (University of Mannheim). The full text is available in German.

Generalstreik für das Klima statt Protest nur von Schülerinnen und Schülern: Dies ist das erklärte Ziel der „Fridays for Future“-Bewegung am kommenden Freitag. Eine heute veröffentlichte repräsentative Studie zeigt, dass die neue Klimabewegung tatsächlich das Potenzial zur Massenbewegung hat: 48 Prozent der Befragten wollen sicher oder wahrscheinlich an Protestaktionen teilnehmen, sofern diese in ihrer Nähe stattfinden. „Fridays for Future“ sei es gelungen, das Bewusstsein der Bevölkerung für die Bedrohungen der Klimakrise zu schärfen, so die Autoren von den Universitäten Konstanz und Mannheim.

„Im Vergleich zu 2017 nehmen die Deutschen den Klimawandel stärker als Bedrohung wahr. Das gilt insbesondere für den Bereich der persönlichen Bedrohungseinschätzung“, so Jun.-Prof. Dr. Sebastian Koos, einer der beiden Autoren der Studie und Mitglied des Exzellenzclusters „The Politics of Inequality“ der Universität Konstanz. Ob dies eine Ursache oder Folge der „Fridays for Future“-Bewegung sei, lasse sich zwar nicht eindeutig klären. „Es scheint allerdings naheliegend, dass die Freitagsproteste die wahrgenommene Bedrohung deutlich verstärkt haben“, beurteilt der Soziologe und Organisationsforscher Koos die Ergebnisse. Generationenübergreifend stufen die Befragten die Bedrohung durch den Klimawandel für die Welt auf einer Skala von 0 bis 10 bei 8 ein, wobei 10 „extreme Bedrohung“ bedeutet.

Die starke Bedrohungswahrnehmung könnte auch der Grund dafür sein, dass eine Mehrzahl (58 %) der Befragten ihren persönlichen Lebensstil seit Anfang 2019 mindestens „etwas“ angepasst hätten. „Unsere Ergebnisse deuten an, dass sich in der Bevölkerung ein grüner Bewusstseinswandel vollzieht, der bereits jetzt mehr als die Hälfte der Gesellschaft erfasst hat. Mit ihrer starken öffentlichen Präsenz könnten die ‚Fridays for Future‘-Aktivisten diesen weiter verstärken“, so der andere Autor Dr. Elias Naumann, wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Universität Mannheim und derzeit John F. Kennedy Fellow an der Universität Harvard.

Eine der Kernforderungen der FFF-Bewegung ist eine CO2-Steuer von 180 Euro je Tonne CO2-Ausstoß. Obwohl die Befragten auf die damit verbundenen Mehrkosten im Alltag hingewiesen wurden, unterstützen 35 Prozent von ihnen den Vorschlag. Immerhin weitere 26 Prozent lehnen ihn nicht ab. „Damit zeigt diese Studie, dass ‚Fridays for Future‘ mit guter Überzeugungsarbeit theoretisch eine Mehrheit der Bevölkerung für den Vorschlag einer CO2-Steuer gewinnen könnte“, schätzt Naumann das Potenzial der Kampagne ein.

Faktenübersicht:

  • Sebastian Koos ist Juniorprofessor für Corporate Social Responsibility am Fachbereich für Politik- und Verwaltungswissenschaften und Mitglied des Exzellenzclusters „The Politics of Inequality“ der Universität Konstanz.
  • Elias Naumann ist John F. Kennedy Memorial Fellow 2019-20 am Center for European Studies an der Universität Harvard und wissenschaftlicher Mitarbeiter am Sonderforschungsbereich 884 „Die Politische Ökonomie von Reformen“ an der Universität Mannheim.
  • Datengrundlage: Erhebung im German Internet Panel (GIP) des SFB 884 an der Universität Mannheim. Das GIP basiert auf einer Zufallsstichprobe der Bevölkerung in Deutschland im Alter von 16 bis 75 Jahren. Die Erhebung wurde im Mai 2019 mit insgesamt 4.824 Personen durchgeführt.
  • Der Berliner Think-Tank „Das Progressive Zentrum“ unterstützt die Veröffentlichung der Studie im Rahmen einer Kooperation mit dem Exzellenzcluster „The Politics of Inequality“ der Universität Konstanz.